
Verkehrsunfall © istock | Jaques Palut
Unfallstatistik: Radfahren muss endlich sicherer werden
Mit der Verkehrsunfallbilanz der Polizei Brandenburg wurden die Zahlen für das Jahr 2025 vorgestellt. Die Statistik ist alarmierend: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der tödlichen Radfahrunfälle um über 50 Prozent gestiegen.
PRESSEMITTEILUNG
ADFC Brandenburg e.V.
Potsdam, den 24. Februar 2026
Unfallstatistik: ADFC Brandenburg fordert Landesregierung auf, Radfahren endlich sicherer zu machen
Ursache für die schweren und tödlichen Unfälle ist in den meisten Fällen das Fehlen einer sicheren und einladenden Radverkehrsinfrastruktur. Der ADFC fordert daher die Landesregierung auf, dringend und konsequent an der Vision Zero zu arbeiten und damit die Zahl der getöteten und schwer verletzten Radfahrenden dauerhaft gen Null zu senken.
Der ADFC-Landesvorsitzende Christian Wessel: „Mit der aktuellen und sich jährlich wiederholenden Veröffentlichung der Unfallstatistik dokumentiert die Brandenburger Landesregierung eines: Es gibt keine Fortschritte bei der Sicherheit für Radfahrende“. Und weiter sagt er: „Die oft geäußerte Behauptung, viele der getöteten oder schwer verletzten Radfahrenden seien aus eigenem Verschulden verunglückt, stimmt nicht und belastet die ohnehin traumatisierten Angehörigen und deren Umfeld zusätzlich. Vielmehr wäre es Aufgabe der Landesregierung, das vor zwei Jahren mit großer Mehrheit im Parlament beschlossene Mobilitätsgesetz und das entsprechende Verkehrssicherheitsprogramm endlich konsequent umzusetzen. Wir fordern Minister Tabbert auf, die Prioritäten richtig zu setzen und deutlich mehr in sichere Radwege und Kreuzungen im gesamten Land zu investieren.“
Viele Menschen in Brandenburg würden gerne öfter das Fahrrad nutzen. Sie tun es aber nicht, weil sie sich unsicher fühlen. Dabei ist das Fahrrad das preiswerteste und effizienteste Verkehrsmittel auf kurzen und mittleren Distanzen. Seit Jahren werden mehr Räder mit Elektroantrieb als ohne verkauft – ein großes Potenzial für bezahlbare Mobilität, mehr Lebensqualität, Umwelt- und Klimaschutz. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum das Land Brandenburg diese Potenziale nicht hebt, wie es andere Länder und Regionen seit Jahrzehnten erfolgreich tun“ resümiert Wessel.
Im Jahr 2025 sind insgesamt 19 Fahrradfahrer tödlich verunglückt. Im Jahr davor waren es 12 Menschen. Das entspricht einem Zuwachs von fast 58,3 %.
| Getötete Radfahrer*innen | Verletzte Radfahrer*innen | |
| 2025 | 19 (+58,3 %) | 3138 (-2,52 %) |
| 2024 | 12 | 3219 |
Quelle: Unfallstatistik Polizei Brandenburg
Antje Schregel, Geschäftsführerin des ADFC Brandenburg: „Die Unfallzahlen zeigen, dass die Politik endlich handeln muss, um die Vision Zero umzusetzen. Besonders in eine bessere Radinfrastruktur muss dringend investiert werden. Tödliche Unfälle wie der im Dezember 2025 zwischen Wainsdorf und Gröditz dürfen nicht passieren. In der Weihnachtszeit wurde dort ein 17-jähriger Fahrradfahrer von einem Auto erfasst. Ein Radweg auf dieser Strecke ist seit Langem geplant, aber bisher nicht gebaut worden. Die Verkehrssituation für Radfahrende muss sich dauerhaft und nachhaltig verändern.“
Tempolimit und Fahrradinfrastruktur
Der ADFC Brandenburg fordert eine durchgängige und gute Infrastruktur, die für alle Radfahrenden sicher ist und sich sicher anfühlt. Wo es keine eigenen Radwege gibt, muss das Tempolimit auf 30 Km/h innerorts und 70 Km/h außerorts reduziert werden. Sicherheit muss vor Schnelligkeit gehen! Gefährliche Kreuzungen, an denen häufig Unfälle passieren, müssen umgebaut werden und Abbiegeassistenzsysteme für KFZs ab 3,5 t verpflichtend sein.
ADFC fordert Umdenken
Das Fahrrad muss als gleichberechtigtes Verkehrsmittel gedacht werden. Verkehrsrecht und Verkehrsplanung muss alle Verkehrsteilnehmenden einbeziehen. Eine schützende Infrastruktur bewahrt den Radfahrenden von den Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer*innen. Eine gute Radinfrastruktur muss sicher, intuitiv und fehlerverzeihend sein.
Über den ADFC-Brandenburg
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit über 240.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Radfahrer*innen in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.
Der ADFC Brandenburg hat landesweit etwa 3.600 Mitglieder und setzt sich für die Verkehrswende mit dem Fahrrad ein. Vor Ort sind Hunderte von Mitgliedern in Orts- und Regionalgruppen aktiv.
Instagram: www.instagram.com/adfcbrandenburg
Pressekontakt: Antje Schregel, Geschäftsführerin ADFC Brandenburg e.V.
landesverband [at] brandenburg.adfc.de
Hintergrund zu dem Unfall
12.12.2025