ADFC-Forderungen zur Radverkehrsförderung in Brandenburg

Brandenburg hat das Potenzial zum Fahrradland zu werden. Viele Menschen nutzen auch in Brandenburg das Rad für ihre Einkäufe, auf dem Weg zu Kita, Schule oder Arbeit oder am Wochenende für Ausflüge mit Familie und Freunden. Historische Städte, Flüsse und Alleen, abwechslungsreiche Landschaften und wunderschöne Alleen.
Aber: Leider wird das Potenzial nur unzureichend genutzt: Im Land Brandenburg ist der Radverkehrsanteil in den letzten zehn Jahren zurückgegangen - und zwar auf nur 11 Prozent. Das ergab die Erhebung   "Mobilität in Deutschland 2017". Wir sind immer noch weit davon entfernt, dass das Fahrrad als gleichberechtigtes Fahrzeug neben dem Auto akzeptiert und gefördert wird.
Der ADFC Brandenburg hat einen Forderungskatalog beschlossen. Unsere Vision: Ein millionenschweres Investitionsprogramm, Förderprogramme für Kommunen, bessere Radmitnahme im Zug, Abstellmöglichkeiten am Bahnhof und: Keine Unfalltoten mehr.


Unsere Forderungen: (als PDF)

1. Radfahren in Brandenburg muss im ganzen Land sicher, attraktiv und alltagstauglich sein.
2. Leihradsysteme dürfen sich nicht nur in den Oberzentren etablieren, sondern müssen im gesamten Land Brandenburg ohne zeitliche Einschränkungen nutzbar sein und im Angebot den Anforderungen der potenziellen Nutzer entsprechen.
3. Radschnellverbindungen müssen in den urbanen Verflechtungsräumen zur Bundeshauptstadt Berlin sowie auch für alle Ober- und Mittelzentren in Brandenburg selbstverständlich werden.
4. Für die touristische und Alltags-Radinfrastruktur sind neue Förderprogramme auch ohne Eigenanteile der Kommunen aufzulegen, damit ländlich und städtlisch geprägte Regionen weiter ein attraktives Reiseziel für Radtouristen bleiben.
5. Radmitnahme im SPNV ist als tragende Säule der Radverkehrsförderung so weit gesteigert werden, dass das Angebot der Nachfrage, insbesondere am Wochenende, entspricht.
6. Verkehrssicherheit muss sich an der Vision Zero tatsächlich orientieren. Deshalb fordert der ADFC: Sofort runter vom Gaspedal, auf Außerortstraßen maximal 70 und innerorts Tempo 30 km/h als Regelgeschwindigkeit.
7. Im Interesse eines optimalen Intermodalen Mobilitätsangebotes für alle Bevölkerungsschichten müssen Wegeketten analysiert und optimiert werden.
8. Die Investitionen in Radverkehr müssen dem anteiligen Modal-Split der Verkehrsarten entsprechen und im Landeshaushalt auf mindestens 50 Mio EUR/Jahr erhöht werden.
9. Radfahrer benötigen qualitativ hochwertige Abstellanlagen an allen Haltestellen des ÖPNV. Entsprechend sind Bike & Ride-Parkplätze und Fahrradparkhäuser für die Mobilitätswende - weg vom eigenen KfZ hin zum Fahrrad - durch ein Landesprogramm für alle Kommunen zu finanzieren.




10. Neue Radverkehrsanlagen werden in Brandenburg mindestens nach den Vorgaben der neuesten technischen Regelwerke für den Radverkehr gebaut. Die Landesregierung wirkt auf eine fahrradfreundliche Anwedung der StVO und anderer Normen hin.

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