Arbeitsgemeinschaft Radverkehr in Frankfurt (Oder)

Es ist uns gelungen, eine AG Radverkehr bei der Stadtverwaltung ins Leben zu rufen.

Um gute Bedingungen für den Radverkehr in Frankfurt (Oder) zu schaffen, gibt es noch viel zu tun. Für jeden Reiseradler dramatisch erlebbar ist die klaffende Lücke im Oder-Neiße-Radweg von Brieskow-Finkenheerd (5 km südlich vor Frankfurt) bis Lebus (5 km nördlich hinter Frankfurt). Hier soll der Radfahrer auf die vielbefahrene Bundesstraße B 112 ausweichen. Radwege? Fehlanzeige!

Dabei gibt es ein sehr gutes Radverkehrskonzept für die Stadt, unter Mitarbeit des ADFC entstanden und 1998 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Auch wenn nicht alle 23 darin enthaltenen Radrouten kurzfristig lückenlos umgesetzt werden können, ist es doch von Vorteil, einen langfristigen Handlungsrahmen zu haben, um Fehlentwicklungen zu vermeiden. Leider verstößt in der Praxis die Stadt immer wieder gegen ihr eigenes Konzept, so zum Beispiel letztes Jahr, als der Hellweg, Bestandteil der wichtigen Tangentialroute 8, kurzerhand zur Einbahnstraße erklärt wurde.

Der Unmut der Frankfurter Ortsgruppe des ADFC über die mangelnde Berücksichtigung ihrer Argumente und Einwendungen mündete in ein "Gipfelgespräch" bei Bürgermeister Detlef-Heino Ewert. In dessen Folge wurde eine Arbeitsgemeinschaft Radverkehr einberufen. Der ADFC hat den Vorsitz, weiterhin vertreten sind die Stadtverwaltung, der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Verkehrsausschuss des Studentenparlaments der Europa-Universität Viadrina. Der neu gewählte Oberbürgermeister Martin Patzelt, der im Mai sein Amt antritt, hat bereits seine Unterstützung für die AG Radverkehr signalisiert.

Das erste Treffen am 20. Februar 2002 verlief vielversprechend. Weitere Zusammenkünfte werden alle zwei bis drei Monate folgen. Zuallererst sollen die Kommunikationsprobleme abgebaut werden, um in Zukunft Probleme wie das oben beschriebene auszuschließen. Kurzfristig sollen auch Verbesserungen auf den wichtigsten innerstädtischen Radrouten angeschoben werden. Außerdem soll die AG Radverkehr zu einem Forum für die Klärung der vielen kleinen Probleme des Alltagsradlers entwickelt werden. Dazu braucht der ADFC Unterstützung. Teilt Eure Anregungen, Wünsche und Kritik dem ADFC-Verantwortlichen für die AG Radverkehr in Frankfurt (Oder), Peter Hauptmann, mit. Telefon: (0335) 400 34 24, Fax: (0335) 400 34 26, E-Mail: P.Hauptmann(at) t-online.de.

In Zeiten knapper Kassen muss das wenige Geld so eingesetzt werden, dass ein möglichst hoher Nutzeffekt erreicht wird. Die StVO-Novelle von 1997 bietet dazu günstige Voraussetzungen, zum Beispiel. durch die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung und die Abmarkierung von Schutzstreifen. Die AG Radverkehr kann zu einem Instrument werden, das allein schon durch verbesserte Kommunikation zwischen Entscheidungs- und Interessenvertretern Verbesserungen schnell auf den Weg bringt. Und hoffentlich wird bald auch die Lücke im Oder-Neiße-Radweg, die da Frankfurt (Oder) heißt, nur noch eine Erinnerung sein.

nach oben

Frankfurt (Oder), 18.4.2002 - Peter Hauptmann

« zurück   (2/6)   weiter »

Unsere Empfehlungen für Sie

Engagement, Service, Kontakte.

Bett+Bike – Fahrradfreundliche Gastbetriebe

Radreisen durchs Land der Vielfalt