Antworten vom Kandidaten Martin Wilke - parteilos

Wahlprüfsteine | Markus Derling (CDU) | Wilko Möller (AFD) | Jens-Marcel Ullrich (SPD) | Martin Wilke (parteilos) | Rene Wilke (Linke/Grüne)

 

  1. Radverkehrskonzeption
    Frankfurt (Oder) verfügt über eine ambitionierte Radverkehrskonzeption, zuletzt fortgeschrieben 2007.

    1.1. Engagieren Sie sich für eine Fortschreibung der zehn Jahre alten Konzeption? JA
    1.2. Wenn ja, In welchem Jahr sollte die Fortschreibung vorliegen? Ende 2018/Anfang 2019
    1.3. Befürworten Sie einen konkreten Umsetzungsplan für die einzelnen Maßnahmen der Radverkehrskonzeption? JA
    1.4. Was wollen Sie uns sonst zu diesem Thema mitteilen?
    Die Ortsgruppe Frankfurt (Oder) des ADFC muss in die Erarbeitung einbezogen werden. Gleichzeitig sollten wir die Erfahrungen ähnlich großer Städte nutzen und in der Fortschreibung der Konzeption berücksichtigen.

  2. Radverkehrsbeauftragte*r
    Seit 2010 hat Frankfurt (Oder) einen Radverkehrsbeauftragten. Diese Aufgabe hat Markus Derling übernommen, der u.a. für Verkehr zuständige Beigeordnete. Beobachter sehen es als Vorteil an, dass der Radverkehrsbeauftragte weit oben in der Verwaltung angesiedelt ist und zugleich als Nachteil, weil es nur eine von sehr vielen Aufgaben eines Beigeordneten ist.

    2.1. Wird es nach Ihrer Wahl weiterhin eine*n Radverkehrsbeauftragte*n geben? JA
    2.2. Wenn ja, soll diese Aufgabe wiederum der für Verkehr zuständige Beigeordnete übernehmen? JA
    2.3. Wieviel % Arbeitszeit einer Vollzeitstelle sollte der/dem Radverkehrsbeauftragten für diese Tätigkeit ca. zur Verfügung stehen? siehe 2.4
    2.4. Was wollen Sie uns sonst zu diesem Thema mitteilen?
    Das Thema „Radverkehr“ muss die Aufmerksamkeit der Verwaltungsspitze behalten. Deshalb soll die Aufgabe „Radverkehrsbeauftragte/r“ bei einem/einer Beigeordneten bleiben. Die Stellenanteile für die operative Arbeit finden sich auf der Sachbearbeiter-Ebene und sollen dort gestärkt werden. Der Umfang wird im neuen Konzept festgelegt.

  3. AG Radverkehr
    Auf Wunsch des ADFC gibt es seit 2002 eine AG Radverkehr in der Stadt, die sich ca. sechsmal im Jahr im Stadthaus (einmal jährlich auch >>on tour<<) trifft und an der auch Vertreter*innen aller Ämter der Stadtverwaltung teilnehmen, die in den Radverkehr involviert sind. Dabei werden Strategien erörtert, Planungen besprochen und Probleme versucht zu lösen.

    3.1. Setzen Sie sich dafür ein, dass die AG Radverkehr weiter kompetent arbeiten kann? JA
    3.2. Wären Sie als OB bereit, ca. einmal jährlich selbst daran teilzunehmen (z.B. »on tour« zu gelungenen und verbesserungswürdigen Verkehrslösungen) um damit die Bedeutung des Radverkehrs deutlich zu machen? JA 
    3.3. Räumen Sie den Besprechungsergebnissen der AG Radverkehr einen hohen Stellenwert ein (etwa wie Dezernentenentwürfen)? JA
    3.4. Was wollen Sie uns sonst zu diesem Thema mitteilen?
    Ich bin daran interessiert, die Zusammenarbeit mit der AG Radverkehr zu intensivieren und werde die Kompetenz meiner Verwaltung einbringen.

  4. Radverkehrsbudget
    Erst seit kurzem verfügt Frankfurt (Oder) über einen eigenen Haushaltstitel Radverkehr.

    4.1. Setzen Sie sich dafür ein, dass der Haushaltstitel für den Radverkehr in den kommenden Jahren verstetigt wird? JA
    4.2. Wie hoch sollten die jährlichen Aufwendungen für den Radverkehr aus dem Stadthaushalt ca. sein? [in € oder in % der Haushaltsaufwendungen für Straßenbau] ab 2019 ca.100 T Euro
    4.3. Setzen Sie sich dafür ein, dass kompetente Gremien, wie z.B. die AG Radverkehr, zur Verwendung der Mittel gehört werden? JA
    4.4. Was wollen Sie uns sonst zu diesem Thema mitteilen?
    Der Haushaltstitel soll im Rahmen unserer Möglichkeiten verstätigt werden. Dabei ist mir die Anhörung der AG Radverkehr – auch in der Dezernentenberatung - wichtig.

  5. Modal Split
    Der Modal Split ist die wichtigste verkehrspolitische Kenngröße und ein Indikator für die Verkehrsmittelwahl. Setzt man alle Wege in der Stadt gleich 100% gibt der Modal Split an, wieviel % der Wege mit welchem Verkehrsmittel zurückgelegt werden. Erstmals seit dem Ende der DDR wurde der Modal Split in Frankfurt (Oder) im Rahmen des bundesweiten Systems repräsentativer Verkehrsbefragungen (SrV) der TU Dresden im Jahre 2013 erhoben. Der Radverkehrsanteil lag damals bei 4,5%. Folgerhebungen finden alle fünf Jahre statt, zunachst also 2018.

    5.1. Setzen Sie sich dafür ein, dass der Modal Split in Frankfurt (Oder) weiterhin regelmäßig aller fünf Jahre erhoben werden kann? JA
    5.2. Wo sehen Sie den Radverkehrsanteil in Frankfurt (Oder) 2018? wird die Erhebung ergeben
    5.3. Wo sehen Sie den Radverkehrsanteil in Frankfurt (Oder) 2023? Mindestens 10% sind wünschenswert
    5.4. Was wollen Sie uns sonst zu diesem Thema mitteilen?
    Ich setze mich dafür ein, dass der Radverkehrsanteil erhöht wird. Ich beabsichtige, adäquate Fahrradabstellmöglichkeiten zu schaffen und das Radwege-System zu verbessern, u.a. das Freigeben von Einbahnstraßen für RadfahrerInnen in beide Richtungen prüfen.

  6. Umweltverbund
    Eine höhere Nutzung des Umweltverbundes (Fuß- und Radverkehr, ÖPNV) würde viele Probleme wie Lärm- und Feinstaubbelastung, Luftverschmutzung und Klimaerwärmung lindern und sich positiv auf die Gesundheit auswirken.

    6.1. Setzen Sie sich für mehr P+R ein (Parken am Stadtrand, Weiterfahrt mit dem ÖPNV)? JA
    6.2. Fahrradabstellanlagen an Umsteigepunkten sind knapp. Setzen Sie sich für einen Mobilitätspunkt am Bahnhof ein mit sicheren Fahrradabstellanlagen und ggf. weiteren Serviceeinrichtungen, wie z.B. Mieträdern und Reparaturmöglichkeiten? JA
    6.3. Setzen Sie sich für bessere Mitnahmemöglichkeiten für Fahrräder im öffentlichen Verkehr ein? JA
    6.4. Was wollen Sie uns sonst zu diesem Thema mitteilen?
    P+R ist ein wichtiges Instrument, dem Parkplatzmangel in der Innenstadt zu begegnen. Diesem Thema werde ich in Zusammenarbeit mit unserer SVF intensiver widmen. Mit der SVF und weiteren Partnern werde ich auch ein Konzept von Fahrradmietstationen (wie z. B. in Mainz) auf den Weg bringen. Möglichkeiten der Fahrradmitnahme im ÖPNV unterliegen nicht unseren alleinigen Entscheidungen. Als Gesellschafter des VBB werde ich mich dafür einsetzen.

  7. Flächennutzung
    Im Vergleich zu vielen anderen Städten stehen in Frankfurt (Oder) großzügige Straßenräume zur Verfügung, die einst für eine Einwohnerzahl von 100.000 konzipiert wurden. Ein Großteil dieser Flächen ist dem motorisierten Individualverkehr (MIV) für fließenden und ruhenden Verkehr gewidmet.

    7.1. Sind Sie bereit, über eine Neuaufteilung der Flächen zugunsten umweltfreundlicher Verkehre (Fuß- und Radverkehr, ÖPNV) nachzudenken? JA
    7.2. Sind Sie bereit, die Widerstände für kurze Autofahrten in der Stadt zu erhöhen (z.B. über Spurreduzierungen oder Parkraumsteuerung)? JA
    7.3. Sehen Sie die Attraktivität der Stadt höher, wenn Fuß- und Radverkehr sowie ÖPNV mehr Raum erhalten, auch wenn das teilweise zu Lasten des MIV ginge? JA
    7.4. Was wollen Sie uns sonst zu diesem Thema mitteilen?
    Attraktive Fußgängerzonen tragen wesentlich zu einer lebenswerten und
    umweltfreundlichen Innenstadt bei. Für den Ausbau setze ich mich ein.


  8. Dienstfahrräder
    8.1. Machen Sie sich für eine verstärkte Nutzung von Fahrrädern für dienstliche Wege der Stadtverwaltenden auf innerstädtischen Distanzen ein? JA
    8.2. Würden Sie dafür den Fuhrpark an Kraftfahrzeugen reduzieren? siehe 8.4
    8.3. Sehen Sie in diesem Zusammenhang auch ein Potential für Lastenräder? siehe 8.4
    8.4. Was wollen Sie uns sonst zu diesem Thema mitteilen?
    Die dienstliche Nutzung von Fahrrädern in der Stadt unterstütze ich – sofern sie praktikabel ist und der ÖPNV keine besseren Alternativen bietet. Zum städtischen Fuhrpark läuft derzeit eine Untersuchung. Ohne die Ergebnisse voraus zu nehmen – die Nutzung von Lastenrädern halte ich aufgrund der Menge der zu transportierenden Güter nicht für sinnvoll.

  9. Radtourismus
    Der Oder-Neiße-Radweg gehört zu den vielbefahrenen Fernradwegen in Deutschland. Auch der (noch weniger bekannte) Radweg Beeskow – Sulęcin führt durch Frankfurt (Oder). Andere Fernradwege (z.B. Tour Brandenburg, Oderbruchbahnradweg, R1) führen ohne gute Anbindung an Frankfurt (Oder) vorbei.

    9.1. Sehen Sie Potential, Fahrradtourist*innen zu einem längeren Aufenthalt in unserer Stadt zu bewegen? JA
    9.2. Setzen Sie sich für eine bessere Ausschilderung und, wo erforderlich, besseren Ausbau der Radfernwege ein, inkl. Zubringer zu ihnen? JA
    9.3. Würden Sie mit den Nachbarkommunen gemeinsam für Fährverbindungen über die Oder (z.B. bei Lebus und Aurith) eintreten? JA
    9.4. Was wollen Sie uns sonst zu diesem Thema mitteilen?
    Private Investoren sind dabei, Frankfurt (Oder) als Ort für Fahrradtouristen/Fahrradtouristinnen attraktiver zu machen (z.B. Pumpenhaus). Solche Initiativen will ich weiter befördern.Gemeinsam mit den Landkreisen werde ich mich für die Fährverbindungen einsetzen, die sich - temporär eingerichtet - als touristisch hoch attraktiv erwiesen haben. Ich sehe weitere Reserven bei der deutschpolnischen Kooperation. Die Kleistroute ist ein gutes Beispiel.

  10. Was wollen Sie uns sonst zum Thema Radverkehr mitteilen?
    Besonders würden wir uns freuen, auch etwas über Ihre persönliche Beziehung zum Radfahren in Alltag und Freizeit zu erfahren.

    Am Wochenende in der Region mit dem Rad auf kurzen Strecken unterwegs sein oder ein Kurzurlaub am Elbe-Radweg – das bringt mir Entspannung. Von den Radtouren, die meine KollegInnen im Urlaub absolvieren habe ich große Hochachtung. Anregungen, die sie mitbringen, nehme ich mit großem Interesse auf und will diese weiter verfolgen.
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