ADFC-Fahrradklima-Test 2016: Die Ansprüche der Radfahrenden in Brandenburg steigen

Die Brandenburger Kommunen im ADFC-Fahrradklima-Test

Wie fahrradfreundlich sind Brandenburgs Kommunen? Diese Frage stellte im Herbst 2016 der ADFC-Fahrradklima-Test bundesweit. 3.273 Brandenburgerinnen und Brandenburger haben entlang von 27 Fragen ihre Städten und Gemeinden nach dem Schulnotensystem bewertet. „Das Fahrrad ist in Brandenburg im Prinzip das Verkehrsmittel der Wahl, nur müssen die Bedingungen vielerorts verbessert werden“ – das ist, kurz gesagt, die Kernbotschaft der Befragten. Der Fahrradklima-Test zeigt, was gut läuft und wo dringend etwas getan werden muss.

Stand: 30.9.2017

Kommunal-Konferenz zur Auswertung des Fahrradklima-Tests in Brandenburg 28.6.2017

Die Ergebnisse für Brandenburg im Detail

Engagierte Radförderung zahlt sich aus

Sehr gute Plätze in ihrer jeweiligen Städtegröße belegen Potsdam und Oranienburg, im soliden Mittelfeld bewegen sich so z.B. Cottbus, Perleberg oder Luckenwalde. Schlusslichter bilden z.B. Brandenburg an der Havel und Falkensee.

ADFC Landesgeschäftsführerin Lea Hartung sagt: „Fahrradfreundlichkeit ist ein guter Gradmesser für die Lebensqualität in einer Stadt. Die Umfrage zeigt für die Spitzenreiter in Brandenburg, dass kontinuierliche Radverkehrsförderung honoriert wird und sich in einem guten Verkehrsklima niederschlägt.“ Dies gilt in Brandenburg zum Beispiel für Potsdam, das bundesweit den sechsten Platz von 38 Plätzen unter den Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern belegt. Auch Oranienburg und glänzt mit konkreten Maßnahmen zur Radverkehrsförderung in den letzten zwei Jahren und wird dafür mit dem 15. Platz von 364 Kommunen mit unter 50.000 Einwohnern belohnt. Neuruppin verbessert seine Gesamtnote sogar signifikant. In der gleichen Städtegruppe landet Bad Wilsnack als Neueinsteiger auf Platz 1 einen Überraschungserfolg: Laut der Umfrage macht das Radfahren in der 2.500-Einwohner-Kommune einfach Spaß und man kommt dort zügig voran.

Gesamtnote: ausreichend

Insgesamt sinkt der Gesamtdurchschnitt der Brandenburger Kommunen leicht von 3,55 auf 3,69. „Das liegt daran,“ so Geschäftsführerin Lea Hartung, „dass der Radverkehr erfreulicherweise zunimmt, aber vielerorts auf eine unterdimensionierte Fahrrad-Infrastruktur trifft. Das Rad wird als Verkehrsmittel immer beliebter und entsprechend steigen die Ansprüche der Radfahrerinnen und Radfahrer – völlig zu Recht. Das bedeutet, dass sich auch die Spitzenreiter wie Potsdam nicht ausruhen können, sondern am Ball bleiben müssen.“

Brandenburgs Stärken und Schwächen

Laut der Befragung werden in Brandenburg die Erreichbarkeit des Stadtzentrums und das zügige Vorankommen mit dem Rad am besten bewertet. Außerdem unterschreiben viele die Aussage: „Bei uns fahren alle Rad – ob jung oder alt.“ Die größten Mängel sehen die Brandenburger bei der Führung an Baustellen, der Werbung für das Radfahren und dem Sicherheitsgefühl beim Fahren im Mischverkehr mit Autos. Außerdem wünschen sich die Radfahrenden landesweit bessere Fahrradmitnahme-Möglichkeiten im öffentlichen Verkehr und ein Angebot an öffentlichen Leihfahrrädern.

 Gutes Fahrradklima hat viele Dimensionen

Die Ergebnisse zeigen, dass sich zum Teil schon mit überschaubaren Maßnahmen die Situation verbessern lässt, so zum Beispiel durch das Öffnen von Einbahnstraßen in Gegenrichtung, eine konsequente Falschparkerkontrolle auf Radwegen oder radfreundliche Lösungen an Baustellen. Vor allem aber ist jedoch ist eine „Verkehrswende im Kopf“ nötig. „Wir wollen den innerstädtischen Radverkehr in Brandenburg bis 2025 verdoppelt sehen, von momentan im Durchschnitt 15% auf mindestens 30%. Dazu brauchen wir mehr Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die das Rad zu ihrer Priorität machen“, so Lea Hartung. „Wer lebenswerte Städte will, muss weg von der autogerechten Stadt und mehr Platz schaffen für Menschen, die mit dem Rad fahren oder zu Fuß gehen.“

 Fahrradbegeisterung in Brandenburg

Mit 3.273 Teilnehmern am ADFC-Fahrradklima-Test konnte sich Brandenburg noch einmal um 12% steigern (im Vergleich zu 2.906 im Jahr 2014). Mit 27 ausgewerteten Kommunen übertrifft das Bundesland erneut seine bisherige Bestmarke von 19 Kommunen im Jahr 2014. Besonders erfreulich: Alle elf Mitgliedskommunen der „AG Fahrradfreundliche Kommunen Brandenburg“ haben es in die Auswertung geschafft. Diese Steigerungen weisen auf die ständig wachsende Bedeutung des Radverkehrs für Brandenburg hin.

Übersicht Brandenburger Ergebnisse

 ADFC-Fahrradklima-Test 2016 Ergebnistabelle Brandenburg

Stärken und Schwächen für die einzelnen Kommunen auf einem Datenblatt

27 Brandenburger Kommunen haben die Mindestbefragtenzahl von 50 (bzw. 70) Personen erreicht, um es in die Auswertung zu schaffen. Davon sind 12 neu dabei im Vergleich zum Fahrradklima-Test 2014:

Interaktive Deutschlandkarte mit den Ergebnissen aller Kommunen

Kommunal-Konferenz zur Auswertung des Fahrradklima-Tests in Brandenburg 28.6.2017

Programm

  • Begrüßung durch Edgar Fiedler, Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (Referent Straßennetzgestaltung und Bedarfsplanung, Leiter der IMAG Radverkehr)
  • Vorstellung der AGFK BB (Geschäftsstellenleiter der AGFK BB)
  • Vortrag „Der ADFC-Fahrradklimatest 2016 in Brandenburg – Methodik und Ergebnisse“ (Thomas Böhmer,  Studienleiter ADFC-Fahrradklima-Test)
  • Bewertung der Ergebnisse aus Sicht des ADFC Brandenburg (Lea Hartung, Geschäftsführerin des ADFC Brandenburg e.V.)

 Thomas Böhmer Präsentation Der ADFC-FKT 2016 in Brandenburg
 Lea Hartung Präsentation Bewertung des FKT aus Sicht des ADFC Brandenburg

 

Pressekontakt


Lea Hartung
Geschäftsführerin des ADFC Brandenburg e. V.
Tel.: 03 31 / 280 05 95
mobil: 01 76 / 98 55 71 88
Fax: 03 31 / 270 70  77
E-Mail: lea.hartung@adfc.de

Glanzpunkte und Schattenseiten

Die besten Bewertungen erhalten die Aspekte „gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums mit dem Fahrrad“ (Ø 2,3), „alle fahren mit dem Rad – ob alt oder jung“ (Ø 2,4) und „gute und zügige Erreichbarkeit von Zielen mit dem Rad“ (Ø 2,4).

Die negativsten Bewertungen gab es in den Bereichen „Radverkehrsführung an Baustellen“ (Ø 4,2), „Fahrradmitnahme im Öffentlichen Verkehr“ (Ø 4,3) und „Öffentliche Leihfahrräder“ (Ø 4,4).

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